Wärmeblock I, Kirchheim

© Foto: Angélique Abeling-Hinn

19 Mai Wärmeblock I

Rosenblöcke als Wärmezentren

Über ihre Schwesterstiftung FCE – Foundation for Culture and Ecology und andere Organisationen arbeitet die Stiftung Media seit mehr als 18 Jahren an den unterschiedlichsten sozialen und ökologischen Aufgabenstellungen in Rumänien. Ein wichtiges Stiftungsprojekt befasst sich in diesem Zusammenhang mit dem ökologischen Anbau von Duftrosen der Sorte „Rosa damascena“ in der Region Medias-Sighisoara.

Am Ende eines facettenreichen Verarbeitungsprozesses der Damaszener Duftrosen von der Aufzucht und Blütenernte über den Destillationsprozess bis hin zum begehrten Rosenöl steht eine Art Rosenmaische. Dieser Blütenbrei verbrauchter Rosenblätter wird üblicherweise entsorgt, im besten Fall kompostiert. Nicht so im Iran! Hier bearbeitet die Firma Zahra Rosewater Co. aus Kerman mit 1.000 Bauernfamilien eine Anbaufläche mit über 1.300 ha Damaszener Rosen.
Die iranischen Anbauer, deren Rosen auch dazu beitragen, ein großes iranisches Waisenhaus zu finanzieren, haben für dieses Rosen-„Abfallprodukt“ eine höchst sinnvolle Verwendung gefunden. Im Iran wird die Rosenmaische in Holzformen gestrichen und an der Sonne getrocknet – ähnlich der traditionellen Lehmziegelproduktion. Es entstehen auf diesem Wege archaisch anmutende Rosenbriketts aus einer Art Rosenstroh. Die Rose leistet noch einmal einen wohl duftenden nützlichen Beitrag als geschätzter Brennstoff. Ein Stückchen davon z. B. im Kaminfeuer lässt auch am Ende dieser Kette noch die ganze Wärme- und Duftkraft der Rose spüren.

 

Kirchheimer Rosenwochen 2006

Auf Initiative der Stiftung Media entwickelte sich im Jahre 2006 ein interessanter und viel beachteter sozial-künstlerischer Prozess in Bezug auf die Entwicklungsarbeit der Stiftung in Rumänien. Gemeinsam mit dem Künstler Henning Hauke entstand die Idee eines so genannten „Wärmeblocks“ aus Rosenziegeln aus dem Iran. Die Aktion “Kirchheimer Rosenwochen” im Sommer 2006 wurde von Florian Stegmaier, dem Kurator der Städtischen Galerie Kirchheim unter Teck, begleitet und gefördert und offiziell von der Kirchheimer Stadtverwaltung unterstützt.

1000 Rosenbriketts wurden auf einen riesigen Truck zugeladen und von Kerman im Iran quer durch die Länder des Ostens und Europa nach Göppingen verbracht, dort von Schülern unter der Leitung von Henning Hauke einzeln bearbeitet und sodann an mehreren Stellen in Kirchheim zu archaisch anmutenden Rosenblöcken aufgestapelt. In verschiedenen Vorträgen, Aktionen und Ausstellungen wurde das Konzept der Sozialen Plastik von Joseph Beuys und die Rosenarbeit der Stiftung einer breiten Öffentlichkeit dargestellt, dies unter Mitwirkung des bekannten Beuys Meisterschülers Johannes Stüttgen, der Lehrstuhlinhaberin der Social Sculpture Research Unit an der Universität Oxford Shelley Sacks, dem Stiftungsvorstand Michael W. Bader, dem Künstler Henning Hauke und vielen anderen mehr. Insgesamt dürfen die „Kirchheimer Rosenwochen“ als ein schöner Erfolg gewertet werden, bei denen sich mehrere 100 Interessierte in den Ausstellungs- und Vortragsräumen in Kirchheim einfanden und viele Rosenziegel gegen entsprechende Spenden neue Besitzer gefunden haben.

 

Eröffnungsrede

Eröffnungsrede von Michael W. Bader

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Programm

Sonnabend, 01. Juli 2006

10.00 Uhr Eröffnung
Informationsgespräch Kornstraße 4

20.00 Uhr Vortrag und Gespräch „Rosenanbau als Soziale Plastik“
Michael Bader, FCE Stiftung für Kultur und Ökologie

Sonntag, 02. Juli 2006

11.00 Uhr Eröffnung der Rosenausstellung
Spitalkeller der Volkshochschule

Mittwoch, 05. Juli 2006

19.30 Uhr Vortrag „Wandlung der Substanzen“
Natur – Wirtschaft – Kunst
Herwig Judex, Wala-Stiftung

Freitag, 07. Juli 2006

ab 10.00 Uhr Omnibus für Direkte Demokratie
Marktplatz

15.00 Uhr Künstlerischer Abschluss des Seminars Jugend und Heimerzieher
Marktplatz

„Rose für Direkte Demokratie“
17.00 Uhr Vortrag
20.00 Uhr Seminar
mit Johannes Stüttgen

Samstag, 08. Juli 2006

ab 10.00 Uhr Informationsbüro zum Rosenprojekt
Kornstraße 4

Sonntag, 09. Juli 2006

11.00 Uhr Musik und Lyrik zur Rose

Mittwoch, 12. Juli 2006

19.30 Uhr Vortrag und Gesprächsrunde „Was ist an Unternehmen schön?“
Enno Schmidt, Künstler, Frankfurt

Samstag, 15. Juli 2006

19.30 Uhr Vortrag „Die Kultur der Rosen“
Reinhold Schneider, Rosenbauer

 
Organisation, Planung und Gestaltung: Henning Hauke

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