Wärmeblock aus Rosenziegeln mit Blattgold

19 Jun Wärmeblock V – Göppingen

Wärmeblock auf der 9. Göppinger Kultur-Nacht

Wärmeblock V besteht aus ca. 500 iranischen Rosenziegeln. Nach Tagungen in Stuttgart und Achberg wird er jetzt zum dritten Mal auf der 9. Göppinger Kultur-Nacht installiert, um weiter abgebaut und in Spendenwährung umgewandelt zu werden.

Wärmeblock V – Göppingen

Samstag, 29. Juni 2019, 19 bis 1 Uhr
„9. Göppinger Kultur-Nacht“
Kunsthalle Göppingen
Marstallstraße 55, Göppingen
 

Wärmeblock V besteht aus ca. 500 Rosenziegeln, die im Rahmen eines Art-Events während der Göppinger Kultur-Nacht sowie in weiteren Events abgebaut und in Spendenwährung umgewandelt werden sollen. Die Transformation von iranischem Rosenstroh in Euro-Spendengold steht für eine verantwortungs­bewusste und solidarische Globalisierung und die Idee, alle Menschen zu Mitgestaltern an der Zukunft der Gesellschaft werden zu lassen: „Jeder Mensch ein Künstler“ (Joseph Beuys).

Wärmeblock V ist eine Installation der Stiftung Media Stuttgart, welche sich im Kontext ihrer Arbeit an Fragen einer sozialen, ökonomischen und ökologischen Erneuerung u. a. auch mit dem ökologischen Anbau von Duftrosen Rosa damascena befasst. Bei der Destillation der Duftrosen entsteht am Ende des Verarbeitungsprozesses eine Art Rosenmaische aus den ausdestillierten Rosenblütenblättern, die üblicherweise entsorgt oder kompostiert wird.

Nicht so im Iran! Hier bearbeitet die Firma Zahra Rosewater Co. aus Kerman mit 1.000 Bauernfamilien eine Anbaufläche mit über 1.300 ha Damaszener Rosen. Die iranischen Anbauer, deren Rosen auch dazu beitragen, ein großes iranisches Waisenhaus zu finanzieren, haben für dieses Rosen-„Abfallprodukt“ eine sinnvolle Verwendung gefunden.

Nach Abschluss des Herstellungsprozesses wird die Rosenmaische in Holzformen gestrichen und an der Sonne getrocknet – ähnlich der traditionellen Lehmziegelproduktion. Es entstehen auf diesem Wege archaisch anmutende Rosenbriketts aus „Rosenstroh“, die dort als wohlriechender Brennstoff eingesetzt werden und von denen mittlerweile einige 1.000 Stück nach Deutschland verbracht wurden.

Globalisierung zum Nutzen aller

Hier werden sie einer aufwändigen Bearbeitung unterzogen und durch Färbung und Aufbringung von echtem Blattgold weiter veredelt. Hierbei ist der besondere künstlerische Ansatz der Arbeit von Bedeutung, der nicht in einer individualistischen Verzierung, sondern in einer Manufaktur-mäßig gleichartigen, wenn auch nicht identischen Bearbeitung der Rosenziegel liegt. So werden die Rosenziegel auf eine gemeinsame Aufgabe „gestimmt“, um Teil eines in sich einheitlichen Wärmeblocks werden zu können.

„Gestimmt“ im Sinn eines ideellen Gleichklangs für die Idee einer verantwortungs­bewussten und solidarischen Globalisierung, die anstelle grenzenloser Ausbeutung menschlicher und natürlicher Ressourcen ärmerer Länder Gemeinwohl-orientiert funktioniert und dazu beiträgt, dass immer auch ein fairer Anteil an den Ausgangspunkt globaler Wertschöpfungsketten zurückkehrt. Nachhaltige Globalität statt Profit-gesteuerter Globalisierung, auch dafür steht der Rosenblock und veranschaulicht das Prinzip einer gemeinsamen globalen Verantwortung für die soziale und ökologische Zukunft der Gesellschaft.

Wärmeblock V wird in einem öffentlichen Transformations- und Umschmelzungs­prozess des Rosenstrohs in Spenden-Währung abgebaut. Die erzielten Erlöse werden in Afrika und im Iran, dem Herkunftsland der Rosenziegel, einen kleinen Beitrag für eine bessere Zukunft leisten. Neben einem Beitrag für das Waisenhaus im Iran wird ein wichtiges Förderprojekt der Stiftung Media – nämlich eine Jugendmusikschule in Marokko – mit den Erlösen des Rosengoldes unterstützt.

Spenden-Gold aus Rosenstroh

Die Rosenziegel als Wärmeblock und Energiespeicher stehen für die Transformation des Denkens wie auch der sozialen Verhältnisse als kreativer und evolutionärer Prozess. Wie im Märchen von Rumpelstilzchen, bei dem die fleißige Müllerstochter Stroh zu Gold verspinnt, wird Rosenstroh in Spenden-Gold verwandelt und dies in diversen öffentlichen Kunstaktionen unter Einbeziehung aller Besucher. Für eine entsprechende Spende können Interessenten beim Abbau des Rosenblocks mitwirken und ein kleines Stückchen konzentrierter Rosenenergie mit nach Hause nehmen.

Der iranische „Rosen-Abfall“ trägt dazu bei, als Spendengold aus Rosenstroh bei verschiedenen Art-Events neue Hoffnungen und Perspektiven in die Welt zu tragen. Das Projekt steht damit auch für „Soziale Plastik“ als Methode, Menschen zu ermutigen, Mitgestalter an der Entwicklung gesellschaftlicher Wirklichkeit zu werden.

Soziale Plastik bezieht sich auf Transformations­prozesse im Sinne plastischer Gestaltungen an der lebendigen Skulptur moderner Gesellschaften mit dem Ziel, jeden Einzelnen zum Mitgestalter seiner kulturellen, sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Zukunft werden zu lassen: „Jeder Mensch ein Künstler“.

Die Stiftung Media mit Sitz in Stuttgart arbeitet seit vielen Jahren an unterschiedlichsten Aufgabenstellungen der sozialen, ökonomischen und ökologischen Erneuerung und ist eng mit der Arbeit des Künstlers Joseph Beuys und dessen Idee der „Sozialen Plastik“ verbunden, wie diese in den 1970er-Jahren entwickelt und bei verschiedensten Aktionen umgesetzt wurde.

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