Wärmeblock II, Dornach

© Foto: Angélique Abeling-Hinn

02 Jul Wärmeblock II

Arbeit an der Sozialen Plastik

auf dem Kongress
„Ursache Zukunft – Initiative zur Menschenwürde“
18.-21. Juli 2007 · Basel, Schweiz

In einer zweiten Aktion wurden nochmals 1.000 Rosenbriketts im Juni 2007 von der Stiftung Media über Teheran und Stuttgart auf den Weg nach Dornach in die Schweiz gebracht. Gemeinsam mit dem Künstler Henning Hauke wurden die Rosenbriketts in neuer Form und speziell für diese Aktion bearbeitet und zum Bau eines Rosen-Wärmeblockes zur Aufstellung während des „Kongresses Ursache Zukunft“ in Dornach vorbereitet.

Auch hier sollten die Rosenblöcke in Erinnerung an die Energie-Speicher des Künstlers Joseph Beuys ein weiteres Mal als Wärmeelemente ihre Kraft entfalten, indem durch den Abbau des Wärmeblocks und die Abgabe der einzelnen Rosenbriketts ein Spendenstrom für neue Projekte entsteht und den Kreislauf weiterführt. Ganz ähnlich wie im Märchen von Rumpelstilzchen, bei dem die brave Müllertochter Stroh zu Gold spinnen muss, soll auch hier „Rosenstroh“ zu Spenden-Gold verwandelt werden und zwar in einer öffentlichen Kunstaktion unter Einbeziehung aller Kongressbesucher. Für eine entsprechende Spende können Interessenten beim Abbau des Rosenblockes mitwirken und ein kleines Stückchen konzentrierter Rosenenergie mit nach Hause nehmen. Der Wärmeblock wurde zu Beginn des „Kongresses Ursache Zukunft“ am 18. Juli 2007 in Dornach aufgebaut und sollte bis zum Kongress-Ende Stück für Stück abgetragen werden.

Gerade in diesem Umschmelzungsprozess des Rosenstrohs in Schweizer Spenden-Währung lag ein wichtiger Aspekt dieses etwas ungewöhnlichen, öffentlichen Verwandlungsprozesses. Erfreulicherweise erwies sich auch die zweite Wärmeblock-Aktion als voller Erfolg, bei der mehrere hundert Gespräche geführt und viele Rosenblöcke an interessierte Kongressbesucher abgegeben werden konnten. Der große Erfolg der Aktion ist nicht zuletzt dem wunderbaren Rosenduft des Wärmeblocks zu verdanken, dessen magischer Anziehungskraft man sich nur sehr schwer entziehen konnte.

Konkret geht es bei den Spendenerlösen aus der Abgabe der Rosenbriketts in Kirchheim ebenso wie in der Schweiz um die Finanzierung eines Öko-Ausbildungsbetriebes in Transsilvanien (Siebenbürgen, Rumänien), der als Projekt „Die Kinder von Boiu“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung Schüler Helfen Leben 2004 ins Leben gerufen werden konnte. Hierbei geht es um die beruflichen Perspektiven jugendlicher Rumänen und Roma in der Gemeinde Boiu und Umgebung. In Anbetracht der schlechten Ausbildungs­situation in Rumänien und dem Fehlen beruflicher Perspektiven für Jugendliche geht es bei dem Projekt „Die Kinder von Boiu“ um die Einrichtung eines Ausbildungs­hofes zur Qualifikation für ökologischen Landbau in Trans­silvanien. Das Projekt versteht sich als praktischer Beitrag, die konkreten Lebens­bedingungen der Jugendlichen in Boiu zu verbessern und die Ausbildungsbedingungen im Bereich der Land­wirtschaft in ganz Rumänien zu verändern.

Konkret bedeutet dies den Aufbau einer wirt­schaftlich funktionierenden landwirtschaftlichen Betriebseinheit, die jedoch zusätzlich Ausbildung für biologischen Landbau betreiben wird. Zielperspektive ist eine der deutschen landwirt­schaft­lichen Lehre verwandte Ausbildung zum Landwirtschaftshelfer und Ökobauern bzw. zum „Landwirt­schaftlichen Facharbeiter“.

Ein Teil des Erlöses ist zurück nach Kerman geflossen, um bei der Finanzierung des dortigen Waisenhauses Verwendung zu finden. Auf besondere Weise veranschaulichen so die Rosenblöcke das Prinzip einer gemeinsamen globalen Verantwortung für die soziale und ökologische Zukunft der Gesellschaft. Der iranische „Rosen-Abfall“ trägt dazu bei, über entsprechende Bearbeitung in Deutschland und Umschmelzung in der Schweiz, neue Hoffnungen und Perspektiven nach Rumänien und zurück in den Iran, nach Kerman, zu tragen.

Mit Bezug zu der Idee der „Sozialen Plastik“ geht es darum, die Rosenblöcke als „Link“ zu der Arbeit im Iran und in Rumänien als Beispiel für eigeninitiierte Zukunftsgestaltung zu verstehen, bei der mit sozialer und ökonomischer Fantasie immer wieder neue gemeinsame Perspektiven gefunden werden können. Das Ziel ist hierbei die exemplarische Entwick­lung sozialer Strukturen, die nicht auf Almosen und Spenden, sondern auf nachhaltigen Werkzeugen zur Selbsthilfe beruhen. Strukturen, die nicht nur privatem Eigennutz dienen, sondern stets den Nutzen der umgebenden Gemeinschaften mit berücksichtigen.

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